Die St. Andreas-Kirche war eine schlichte, dreischiffige Backstein-Basilika im Rundbogenstil. Der kubische und ruhig gelagerte Baukörper mit den sehr flachen Dächern entsprach den Idealen der Berliner Bauschule in der Schinkel-Nachfolge. Fünf Fensterachsen gliederten die hohen Seiten- schiffe. An der Front stand für die Nebeneingänge und Treppen ein kurzes Querhaus. Dessen Mitte nahm der unten rechteckige, nach oben hin erst quadratische und zuletzt achteckige Turm mit spitzem Helm ein. Eine Halbkuppel überwölbte die halbrunde und fensterlose Apsis. Die die Emporen tragenden Arkadenpfeiler im Innern waren aus Sandstein gefertigt. Die ursprünglich nüchterne Innenausstattung erhielt um die Jahrhundertwende repräsentativeren Charakter durch die Neugestal- tung von Kanzel, Taufe und Altar sowie der Fenster- und Wandbema- lung. Der Namenswahl war eine Ehrerweisung an den russischen Zaren Nikolaus I., den Ehemann der preußischen Prinzessin Charlotte von Preußen: der Apostel Andreas galt als Schutzpatron Russlands. Bei einem Luftangriff brannte die Kirche vollständig aus; nur die Außen- mauern und der Turm blieben stehen. Die Sprengung erfolgte 1949.
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Evangelische Kirchengemeinde St. Markus in Berlin-Friedrichshain