Evangelische Kirchengemeinde St. Markus in Berlin-Friedrichshain
Andacht zum Weltgebetstag der Frauen am 2. März 2012 Wie in jedem Jahr findet auch 2012 am Weltgebetstag in unserer Gemeinde eine Andacht statt  (um 18.00 Uhr im Andreas-Kirchsaal), zu der nicht nur Frauen, sondern auch Männer herzlich eingeladen sind. Die Andacht wird von Anke Rachner und Elise Haufe vorbereitet, die beide unserem Gemeindebeirat angehören. Wir werden nicht nur gemeinsam beten und singen, sondern auch essen und Bilder anschauen. Die Liturgie für den Weltgebetstag wurde in diesem Jahr von Frauen aus Malaysia entwickelt. Malaysia ist ein Staat, dessen zwei Landesteile - getrennt durch das Südchinesische Meer - über 500 Kilometer auseinander liegen und dessen rund 27 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner unterschiedliche ethnische, kulturelle und religiöse Wurzeln haben.  Die Regierung des südostasiatischen Landes Malaysia versucht mit allen Mitteln, Einheit und Stabilität zu erhalten. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Immer wieder kommt es zu Benachteiligungen der religiösen Minderheiten und zu politisch instru- mentalisierten Konflikten. Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Unge- rechtigkeiten, die “zum Himmel schreien”, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Die harten Klagen des Propheten Habakuk schreien zu Gott. Da sind sie gut aufgehoben. Und die Geschichte von der hartnäckigen Witwe und dem korrupten Richter aus dem Lukasevan- gelium trifft genau den Lebenszusammenhang der Verfasserinnen und vieler Menschen weltweit. Habakuk, der in seiner Klage - auch gegen Gott - heftig austeilen kann, ermutigt die Chris- tinnen, auch ihrerseits im Gebet ihre Klagen Gott vorzutragen. “Wir sehen, dass unterschied- liche Auffassungen im politischen und religiösen Bereich mit Gewalt unterdrückt werden. Stimmen für Wahrheit und Gerechtigkeit werden zum Schweigen gebracht. Korruption und Gier bedrohen deinen Weg der Wahrheit, Gott.” Darf eine Frau so mutig und offen in den politischen Raum hineinreden? Das Bild von der “stumm leidenden malaysischen Frau”, das nicht nur in Männerköpfen immer noch gültig ist, trauen sich die Weltgebetstagsfrauen im Gebet zu widerlegen. Weltweit wollen sie alle Christinnen und Christen am 2. März 2012 aufrufen, aufzustehen für Gerechtigkeit. Ermutigt durch die Zusage Jesu, die sie sechsmal in ihrer Liturgie wiederholen: Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden. Weitere Informationen zum Weltgebetstag  finden Sie auch hier. Laie leitet Gottesdienst Der Gottesdienst am 18. März 2012 wird von unserem Ältesten Ralf Fischer gehalten. Er besucht seit Herbst 2011 - wie schon die stellvertretende Vorsitzende unseres GKR Anita Esselbach ein Jahr zuvor - einen Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren, den das Amt für kirchliche Dienste anbietet. Der Kurs soll zur selbstständigen Leitung von Gottesdiensten unter Verwendung einer Lesepredigt befähigen. Die Ausbildung von Laien zur eigenverantwortlichen Leitung eines Gottesdienstes ist Ausdruck der Tatsache, dass in der evangelischen Kirche die Verkündigung des Evangeliums allen Christinnen und Christen übertragen ist. Der Gottesdienst am 18. März ist Teil der Ausbildung. Nach Abschluss des Kurses soll Ralf Fischer voraussichtlich im Gottesdienst am 10. Juni 2012 durch den Superintendenten des Kirchenkreises Berlin Stadtmitte, Dr. Bertold Höcker, feierlich mit der Aufgabe eines zur selbst-ständigen Abhaltung von Gottesdiensten berechtigten Lektors beauftragt werden. Mauerputzbild "Papergirl" Seit Juni 2011 ziert ein von dem Künstler Alexandre Farto gestaltetes Mauerputzbild die Rückseite des Andreashauses. Es ist seinerzeit als erstes Kunstwerk dieser Art in Berlin entstanden - inzwischen gibt es weitere. Von der Schillingbrücke aus lässt es sich bewundern. Die Wand wurde von Künstlern und auf Kosten der Künstleragentur neu verputzt, um dann dieses Bild heraus arbeiten zu können. Dargestellt wird Papergirl, eine junge türkische Künstlerin, Aisha Ronniger, die auf die Idee kam, Kunstausstellungen mit Fahrradworkshops und Partys zu verbinden und auf diese Weise Exponate junger Künstler in Berlin zu veröffentlichen: Drucke, Fotos, Gemälde, Zeichnungen, Sticker. Nach der Hälfte der Ausstellungszeit werden Kopien dieser Exponate in Form von  Plakatrollen an Menschen in der Stadt verteilt. Die Fahrradkuriere, die sogenannten Papergirls und Paperboys, fragen vom Fahrrad aus Passan-ten, ob sie an Kunst interessiert sind und lassen Ihnen dann kostenlos eine Rolle. Auf diese Weise soll Kunst jedem zugänglich werden und nicht nur einer elitären Gemeinschaft. Anlässlich des 5- jährigen Jubiläums im Jahr 2011 hatte die Ausstellung das erste Mal ein Thema: "Höhepunkt". Mit unserem Mauerputzbild helfen wir der jungen Künstlerszene der Stadt und geben neuen Ideen eine Chance, wahrgenommen zu werden. Zudem ist diese Kunst, alte Gemäuer zu zieren, auch ein besonderer Schmuck für unsere Gemeinde in diesem interkulturellen Leben unserer Stadt.