Die neugotische Lazaruskirche, eine Backsteinkir- che, nach Plänen des Potsdamer Baurates Friedrich Wilhelm Wever erbaut, besaß einen eigenwillig gestal- teten Turm, dessen trutziger Fassade zur Straße hin eine schmuckreiche weiße Terrakotta-Vorhalle ange- fügt war. Bemerkenswert an der Außengestaltung waren zudem die großen Rosettenfenster an den Seiten, die vermutlich größten ihrer Art in Berlin. Das Innere der Kirche wirkte nicht wie ein Neubau, son- dern mit roten Marmorsäulen und neugotischen Kreuz- und Sterngewölben "geschichtlich geworden". Der Kirchenraum war reich geschmückt, u.a. mit Reliefs zu biblischen Szenen an den Emporen und Skulpturen an den Kapitellen. Reiche Schnitzereien zierten Altar und Kanzel. Bewunderung fanden die Malereien der Altarfenster. Der Sakralbau - im Herbst 1944 bereits beschädigt und seitdem unbenutzbar - wurde während eines Luftangriffes am 13. April 1945 von Bomben schwer getroffen und brannte völlig aus. Der "Dom des Ostens", wie die Lazaruskirche auch genannt wurde, war nur noch eine Ruine, die am 10. September 1949 gesprengt wurde - nur 44 Jahre nach der Grundsteinlegung.
© Ev. Landeskirchliches Archiv © Ev. Landeskirchliches Archiv © Ev. Landeskirchliches Archiv
Evangelische Kirchengemeinde St. Markus in Berlin-Friedrichshain