Die St. Markus-Kirche war von bemerkenswerter und für Berliner Verhältnisse ungewöhnlicher Er- scheinung. Die Architektur folgte dem Stil der ober- italienischen Frührenaissance. Kuppel und flach- gedeckter Turm – beide nach dem Vorbild des Florentiner Doms „Bramantes“ gestaltet – gaben dem achteckigen Zentralbau besondere Wirkung. Flache Lisenen gliederten den Außenbau vertikal, dunkle Ziegelstreifen im rötlichen Backstein- Mauerwerk horizontal. Die hohen Rundbogen- fenster mit Florentiner Maßwerk komplettierten das italienische Stilbild des 15. Jahrhunderts. Details wie die kleinen Säulengalerien unter der Kup- pel und an der Chorapsis sowie die Kapitelle entsprachen hingegen romanischen Vorbildern. Acht Sandsteinsäulen mit Rundbögen trennten den Umgang vom Mit- telbau. An der kostbaren Innenausstattung sind zu erwähnen der vom König gestiftete Altartisch aus Carrara-Marmor, der Fußboden im Altarraum aus schwarzem belgischem Marmor sowie die Wandmalereien. Demselben Bombenangriff wie die St. Andreas-Kirche fiel auch die St. Markus-Kirche zum Opfer. Erst 1957 musste die Ruine im Zuge der Neugestaltung des Strausberger Platzes weichen.
Stich von Foltz © Kreuzberg Museum für Stadtentwicklung und Sozialgeschichte
Evangelische Kirchengemeinde St. Markus in Berlin-Friedrichshain